Reto Fankhauser im Gespräch

 

 

 

 

20. August 2026

Hallo Reto, was beschäftigt dich gerade?

Reto Fankhauser: Erstens bin ich froh, dass es jetzt ein wenig geregnet hat und es nicht mehr ganz so heiss ist. Das ist schon einmal etwas. Gleichzeitig bin ich in den Vorbereitungen für die Kartoffelernte und die Einlagerung. Was wir jetzt ernten, kommt direkt ins Lager und bleibt dort bis zum nächsten Frühling.

Kurz gesagt: Jetzt können wir ernten, was wir gepflanzt und gepflegt haben.

Abgesehen davon ist es im Moment etwas ruhiger. Wir haben Zeit, die Zäune für unsere Rinder zu erstellen. Die Vorfreude gilt aber ganz der Kartoffelernte.

Wie gehst du persönlich mit der Wasserknappheit um?

Bei uns im Limpachtal gab es bereits relativ früh Einschränkungen, ich glaube, schon Mitte Juni. Rückblickend sind wir noch relativ glimpflich davongekommen, weil wir eine Zeit lang uneingeschränkt und später immerhin noch vereinzelt bewässern konnten. Das hat uns sehr geholfen.

Auf den Höhen des Bucheggbergs sind die Böden eher leicht. Hier in Unterramsern haben wir hingegen eher schwerere Böden, die das Wasser besser und länger speichern können. Nichtsdestotrotz war es für uns extrem schwierig.

Gleichzeitig zeigt sich: Was in nassen Jahren ein Nachteil sein kann, ist in trockenen Jahren ein Vorteil – und umgekehrt. Für die Zukunft müssen wir uns deshalb Gedanken machen: Welche Kulturen und Sorten passen zu den veränderten Bedingungen? Auch Bewässerungsprojekte werden ein Thema sein.

Wie weit seid ihr mit den Vorbereitungen für «Fokus Landwirtschaft» vom 12. November 2026?

Die Vorbereitungen laufen super. Wir waren auch bei der Sponsorensuche erfolgreich. Das Programm steht und es wird eine coole Sache. Ich freue mich darauf.

Es wird ein Abend für Kopf und Herz – und das über die landwirtschaftlichen Kreise hinaus! Ich kann alle nur ermuntern, am 12. November dabei zu sein. Bald starten wir mit der Ausschreibung für den Event.

 

 

Juni 2026

Reto, es ist warm. Sehr warm. Was bedeutet das für deinen Betrieb und deine Kulturen?

Reto Fankhauser: Ja, es ist in der Tat ziemlich warm. Deshalb ist Bewässern bei uns ein grosses Thema. Ich bewässere nur die Kartoffeln, die anderen Kulturen bewässere ich nicht. Dort sind wir dran, soviel es geht. Auf meiner Parzelle habe ich Bodensonden, die den Wassergehalt im Boden messen.

Was machen diese Bodensonden?

Sie zeigen mir an, wie stark die Kartoffeln Durst haben. Dementsprechend kann ich reagieren und bewässern. Das Problem ist, dass jetzt die Wasserentnahme aus dem Limpach eingeschränkt ist.

Was bedeutet diese Einschränkung?

Das heisst, es darf vom Kanton Bern und vom Kanton Solothurn nur noch ein Landwirt aufs Mal Wasser beziehen. Dafür müssen wir uns online eintragen, um zwei Slots zu reservieren für 2 Wochen.

Dann kannst du jetzt gar nicht bewässern, richtig?

Genau. Jetzt heisst es abwarten, bis ich an der Reihe bin, um Wasser aus dem Bach zu beziehen. Und auch dann kann ich nicht alle Felder bewässern. Deshalb hoffe ich sehr auf Regen nächste Woche.

Was ist denn das grösste Problem gegenwärtig?

In den meisten Kulturen ist die Trockenheit nicht das grösste Problem. Es ist die Hitze. Man sieht, wie die Hitze den Kulturen zusetzt. Sie lassen beispielsweise die Blätter hängen. Oder der Mais beginnt die Blätter zu rollen. Das ist ein Zeichen, dass sie Stress und heiss haben. Wir wären froh um Regen. Dann würde sich alles etwas beruhigen. Wir haben letzte Woche die Frühkartoffeln geerntet. Jetzt steht die Getreide Ernte an. Hoffen wir auf gute Qualitäten und Mengen.

 

 

Mai 2026

Womit beschäftigst du dich aktuell in der Landwirtschaft?

Reto Fankhauser: Im Moment ist alles im Boden – das heisst, Mais und Rüben sind gesät und die Kartoffeln sind gesetzt. Wir sind sehr froh, dass es endlich geregnet hat. Nach dem Regen steht nun der Pflanzenschutz bei den Kartoffeln sowie die allgemeine Kulturpflege an. Ich hoffe sehr, dass wir von Hagel verschont bleiben, wie er letzte Woche leider in einigen Regionen niedergegangen ist. Aktuell ist es auf den Feldern relativ ruhig, da alles gesät ist und erst noch wachsen muss.

Was ist die grösste Herausforderung auf deinem Betrieb?

Mein Betrieb ist stark auf den Kartoffelanbau ausgerichtet. Ich bin darauf angewiesen, dass diese Kultur gelingt, da wir bei den Kartoffeln sehr hohe Investitionen vorschiessen müssen, bevor wir überhaupt etwas ernten können. Das Risiko ist also gross, und die Hoffnung entsprechend hoch, dass alles gut kommt. Ansonsten beschäftigen mich die gleichen allgemeinen Herausforderungen wie andere Betriebe auch: die Wertschöpfung, das Einkommen und wie man das Ganze wirtschaftlich meistert.

Worauf freust du dich besonders in nächster Zeit?

Ganz klar am meisten freue ich mich darüber, dass es meiner Familie gut geht. Auf die ersten Frühkartoffeln, die es dann bei uns im Hofladen zu kaufen gibt.

Ein weiteres Highlight ist das Dorffest 750 Jahre Unterramsern, das vom 5. bis 7. Juni 2026 bei uns im Schopf stattfindet. Am Freitagabend starten wir mit dem Feierabendbier, am Samstag gibt es ein Kinder-Openair sowie Abendunterhaltung für alle Interessierten, und am Sonntag sind alle Einwohnerinnen und Einwohner von Unterramsern zu einem Mittagessen eingeladen. Dieses Fest ist auch eine ausgezeichnete Gelegenheit für ein persönliches Kennenlernen der Leute, die dieses Interview lesen. Ich freue mich auf viele Besucher!

 

 

März 2026

Was steht momentan in der Landwirtschaft auf dem Betrieb an?

Reto Fankhauser: Vor drei Wochen habe ich die ersten Kartoffeln gepflanzt. Nun sind sie mit einem Fliess bedeckt und ich warte bis sie wachsen. Bei den aktuellen Wetterbedingungen ist jedoch Geduld gefragt. Wir warten auf den passenden Zeitpunkt, um Rüben, Sonnenblumen und weitere Kartoffeln anbauen zu können. Im Moment bin ich mit Büroarbeiten, Werkstattarbeiten und rund  ums Haus beschäftigt.

Ich hoffe, dass es bald richtig Frühling wird, damit es richtig los geht auf den Feldern.

Welche Ziele möchtest du als Präsident vom Landwirtschaftlichen Bezirksverein Bucheggberg LBB erreichen?

Ich wünsche mir, dass die Landwirtschaft mehr Anerkennung bekommt in der Bevölkerung. Da habe ich manchmal Mühe, dass wir als Sündenbock für so vieles hinhalten müssen. Vielmehr produzieren wir die Nahrungsmittel in diesem Land. Schlussendlich will jeder am Morgen ein Brötchen oder ein Sandwich. Dafür stehen wir jeden Tag auf!

Genau, das ist die Anerkennung. Man muss uns nicht loben, aber Respekt vor der Landwirtschaft haben.

Gibt es etwas, auf das du dich 2026 speziell freust?

Ja, ich freue mich auf den Anlass vom 12. November 2026. Dann organisieren wir vom Landwirtschaftlichen Bezirksverein Bucheggberg zusammen mit Pro Buechibärg einen Event zum Thema Landwirtschaft. Da gibt es spannende Inputs für den Kopf und dann etwas fürs Herz in Form von wertvollen Gesprächen, einer Bratwurst und einem Bier dazu.

Ferner freut es mich, dass es meiner Familie gut geht und dass alle gesund sind. Auf dem Feld erfreue ich mich, wenn die Ernte gelingt.

 

 

Kontakt

Pro Buechibärg
Simon Eberhard
4583 Aetigkofen

+41 (0) 32 510 34 84
info@buechibaerg.ch

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